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14.01.2001, © Enno Park
Schlamm, Matsch, Dreck, Muskeln, Piercings, Tattoos, Schweiß, Glatzen in grobkörnigem Schwarzweiß.
Der Film "Oi Warning" faszinierte in der ausverkauften Lüchower "Alten Brennerei" das Publikum. Und unter den Gästen war der Regisseur Dominik Reding, der nach dem Film noch Rede und Antwort stand und sich auch nicht zu schade war, bergeweise Filmplakate zu signieren und bis in die Puppen zu feiern.
Dominik Reding ist ein bescheidener und eher unscheinbarer Mensch. Wäre er inkognito dagewesen, niemand hätte ihn erkannt. Doch das ist auch richtig so, denn nicht Dominik sollte im Vordergrund stehen, sondern sein Film "Oi Warning". Und der ist bemerkenswert, steht er doch völlig allein in der Kinolandschaft, erinnert allenfalls an "American History X".
Es geht um den Jugenlichen Janosch, der zuhause ausreißt, um beim Skin Koma einzuziehen. Koma bietet für Janosch eine Welt, nach der er sich sehnt: Keine Schule, dafür ein Job und eine Frau. Koma ist quasi hart wie Kruppstahl, hat einen trainierten, muskulösen Körper, den er auch gnadenlos einsetzt. Und Janosch ist fasziniert, eifert seinem Vorbild nach, wird ein Skin.
Doch eigentlich ist Janosch unpolitisch, er plappert höchstens nach, was die anderen gröhlen. Dabei gewinnt er Selbstbewusstsein, traut sich, gegen einen fiesen Lehrer aufzumucken und hat mit Blanca den ersten Sex seines Lebens. Doch da ist noch die andere Seite: Der Punk "Zottel", der mit seinem Hund "Ronja die Sanftmütige" in einem gestohlenen Bauwagen haust. Zottel ist zwar ein Chaot, doch im Grund so sanftmütig wie sein Hund. Nur: Wenn Skins und Punks aneinander geraten, kann das natürlich nicht gut gehen. Und auch wenn der Film die Skinhead-Szene zunächst objektiv und nicht wertend zeigt, so ist es doch ein Happy-End, wenn Janosch sich am Schluss für die "richtige Seite" entscheidet. Eine klare Aussage.
Asylbewerber werden in diesem Film nicht angegriffen und es gehen auch keine Skin-Rudel auf Negerjagd. Geht "Oi Warning" nicht an der Realitität vorbei, wie ein Zuschauer nach der Vorstellung fragte? Doch Dominik Reding ging es nicht darum, eine Polit-Doku zu drehen. Er sagte es sehr schön in der Podiumsdiskussion zu einer Frau: "Du bist schön mit Deinen langen Haaren, ich bin es nicht mit meiner krummen Nase...". Janosch kann mit abrasierten Haaren in den Spiegel sehen, und sieht nicht mehr sein altes schwaches Selbst, sondern eine neue Person. Eine Person, mit Stärke und Selbst-bewusstsein.
Wo läuft der rezensierte Film?
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